Dieses Sakrament der Kirche gehört zu den sogenannten „Sakramenten der Heilung“, wie auch das Sakrament der Buße und Versöhnung. Der kranke Mensch soll geheilt werden – an Leib und Seele. Durch den Blick auf den leidenden Herrn, schöpft der Kranke Zuversicht und Trost, denn die Zeit der Krankheit kann begleitet sein von schweren Bedrängnissen und Gewissensbissen, von Fragen nach dem „Wozu und Warum“, sowie von Angst und Resignation. So möchte die Kirche in diesem Sakrament den Kranken aufrichten, ihm den Blick nach vorn öffnen, ihn einen Sinn im Leid erkennen lassen und den Kranken stärken und Freude bringen.

„... denn ich bin der Herr, dein Arzt“ (Ex 15,26). Wie schon im Alten Testament die Frage nach den Ursachen von Leid, Krankheit, Unheil und Tod auftaucht, so wird uns auch im Neuen Testament berichtet, wie Jesus mit Kranken und Leidenden – ob selbstverschuldet oder nicht – umgegangen ist: Er wendet sich ihnen in besonderer Weise zu, denn: „Ich war krank, und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36). Darum hat das Beispiel Jesu unzählige Menschen der (Kirchen)geschichte, wie Johannes von Gott (+ 1550), Kamillus von Lellis (+1614) und nicht zuletzt Mutter Theresa angespornt, sich der Kranken, Armen und Notleidenden anzunehmen, denn „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ der Menschen von heute, sind auch „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ der Kirche von heute ( II. Vatikanum).

Im Sakrament der Krankensalbung wird die Stirn und die Hände des Menschen mit dem geweihten Krankenöl gesalbt, dabei spricht der Priester folgendes Gebet: „Durch diese Heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf“.

Der Heilige Geist ist es, der dem Kranken die Gabe der Stärkung verleiht, ihn beruhigt und ermutigt, sowie das Vertrauen auf Gott weckt und die Vergebung der Sünden bewirkt. Der Kranke vereinigt sich mit dem Leiden Christi und die ganze Kirche tritt betend vor Gott für den kranken Menschen ein. Es ist auch jenes Sakrament, welches den Menschen auf seiner irdischen Pilgerreise zum ewigen Leben stärkt.