Seelsorgeraum

Assisifahrt mit Mountainbike, August 2017

In den Ferien habe ich mit drei Freunden eine Radtour nach Assisi gemacht. Ich nenne einige Stationen der Route: Brenner, Eppan, Neumarkt, Trient, Caldonazosee, Porgo, Bassano, Padua, Po-Delta, Ravenna, Cervia, San Marino, über den Apennin nach Sansepolcro, S. Egidio, Assisi. Im gesamten waren es 720 km, täglich 120 – 140 km, zuletzt etwas weniger.

Die Tour erlebte ich als ein großes Geschenk, eine Gnade, denn es ist nicht selbstverständlich, dass alles ohne Unfall abgeht und dass die Kraft dafür ausreicht.

Beschenkt wurde ich durch meine Freunde, die auf mich Rücksicht nahmen – sie waren viel stärker durchtrainiert als ich. Sie warteten auf mich, gaben mir immer das Gefühl, dass ich ziemlich gut sei und sie wussten genau, wie der Weg geht. Wenn ich vorschlug, dass sie schon mal vorausfahren könnten, sagten sie entschieden: „Nein, wir bleiben zusammen, zumindest auf Sichtweite.“ Sichtweite – Rück-sicht, zusammenbleiben, Rücksicht nehmen, … sind Grundsätze fürs Leben – in der Familie, im Betrieb, in der Pfarre. Rücksicht nehmen auf den Schwächeren, auf die Langsameren, das ist christlich.  

Beschenkt wurde ich auch von Gottes Natur: Blumen, Olivenbäume, Palmen, Seen, im Po-Delta standen sogar Flamingos im Wasser, 100derte Reiher. Meist herrschte schönes Wetter, 0ft kam kühlender Wind auf, liebliche Dörfer besuchten wir, Pässe waren zu bewältigen, was ich sehr gerne mache. Für das Leben lernte ich diesbezüglich: Tu die Augen auf für das Schöne; Gott hat es an deinen Lebensweg gestellt. Der graue Asphalt ist nicht das Einzige. Immer gibt es auch Buntes, über das wir uns freuen dürfen. Und: Anstrengung lohnt sich.

Erleichtert wurde die Fahrt durch ein Begleitauto. Da durften wir das Reisegepäck abladen. Einmal war es besonders heiß. Ich hatte schon vier Liter getrunken und herausgeschwitzt. Es quälte mich der Durst. Da stand die Chauffeurin unseres Autos am Wegrand und füllte unsere Wasserflaschen auf. Das war wie Erlösung. Ich sagte zur Chauffeurin: „Ich habe nicht gewusst, dass Engel einen Führerschein haben!“ Sie lachte. Ja, es gibt immer irgendwelche Engel – mit und ohne Flügel, die unser Leben leichter machen.

Wie wir auf Radwegen dahinfuhren, kamen uns immer wieder Flüchtlinge entgegen. Da begegneten sich zwei Welten. Die Flüchtlinge mit ihren Plastiktaschen taten mir Leid. Es waren Menschen, die daheim abhauen mussten, weil ihre Heimat keine Heimat mehr war. Ich spürte im Blick auf sie eine große Ohnmacht und überlegte, was mein Beitrag für Frieden und Stabilität sein kann, denn da braucht es nicht nur die Politik, sondern jede und jeden einzelnen.

Einmal braute sich über uns eine schwarze Wolke zusammen. Wir entschieden sofort irgendwo Unterschlupf zu suchen, wenn der Regen losbricht. Nach einiger Zeit schaute ich wieder gegen den Himmel auf und da war die Wolke verschwunden. Es zeigte sich tiefes Blau. Auch im Leben löst sich manchmal alles  wie von selbst auf, das uns Angst macht, wenn der Heilige Geist hineinbläst. Vertrauen, ja, Vertrauen ist wichtig.

Wenn man so dahinfährt, wenig spricht, sich bewegt, dann bewegt sich auch im Inneren viel: der Kopf wird frei. Was einem aus den vergangenen Wochen belastet, bleibt zurück, weil man radelnd ganz in die Gegenwart kommt und die Vergangenheit abhängt. Gleichzeitig findet man durch das tiefe Atmen eine intensive Kommunikation mit der Schöpfung und dem Schöpfer. Atmen, einfach atmen, das war auf dem Weg oft mein Gebet, welches zu einer festen Gemeinschaft mit dem Allgegenwärtigen und mit der Schöpfung führte. Gebet ist Atemholen der Seele.

Der Weg ging eben dahin, auch über Hügel und einige Pässe. Die Straße war oft schön asphaltiert, manchmal voll Schotter, löchrig, schmal, breit; oft war es ein Radweg, hie und da eine wenig befahrene Landstraße, selten eine laute Bundesstraße. So ist es auch im Leben: Das Ziel ist klar. Auf die Beschaffenheit des Weges stellen wir uns ein. Durch Menschen, die uns begleiten, durch den Wind, der Kühlung spendet, durch Wasser, das den Durst löscht, durch den Schutz, den wir erfahren, durch den Rückenwind, der uns am Berg hinaufhilft und dem Gegenwind, der am Berg hinunter das Tempo bremst, … erlebten wir uns von dem begleitet, der verspricht, dass er immer bei uns ist. In der weiten Ebene vor Assisi, wo der Gegenwind besonders stark war, sodass wir in der Stunde nur 11,5 km schafften, wurde uns klar, dass im Leben nicht alles einfach gleich und sofort zu haben ist. Schon deswegen müssten Jugendliche öfters solche Touren machen.  

Zusammenfassend darf ich sagen: Leben heißt AUFBRECHEN. Leben heißt MUT haben. Leben heißt manchmal VERRÜCKTES tun. Leben heißt GEMEINSCHAFT – mit Um-, Rück- und Vorsicht. Wir brauchen keine Angst zu haben im Leben, denn das Leben bleibt uns absolut treu … und das Wesentliche wird uns im Leben Tag für Tag geschenkt. 

                                                                                                         Peter Ferner, Pfarrer

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SSR Westl. Mittelgebirge Tod Himmel

Wallfahrt des Seelsorgeraumes Westliches Mittelgebirge nach Maria Weißenstein
am Samstag, den 21. Oktober 2017

Es ist noch dunkel als die ersten Wallfahrer in Grinzens den eleganten Doppeldeckerbus besteigen. In Axams, Birgitz und Götzens steigen weitere Personen zu. Schlussendlich ist der Bus mit 66 erwartungsvollen Wallfahren fast voll besetzt. Während Andi, der sympathische Busfahrer, uns über die Autobahn Richtung Bozen chauffiert, wird Rosenkranz gebetet. Das Wetter wird zunehmend sonniger. Kurvenreich geht es durch das Eggental über Deutschnofen nach Petersberg zum bedeutendsten Wallfahrtsort Südtirols Maria Weißenstein. Der Ursprung des Wallfahrtsortes geht auf das Jahr 1553 zurück, als die Jungfrau Maria dem Leonhard Weißensteiner erschien, um ihn von seiner Krankheit zu heilen. Pfarrer Peter Ferner zelebriert die Heilige Messe. Inzwischen scheint die Sonne ungetrübt vom Himmel. Im Gasthof Stern in Deutschnofen kommt das leibliche Wohl nicht zu kurz. Die Fahrt geht weiter über die herrliche Panoramastraße hinunter ins Etschtal hinüber zum Kalterersee. Dort steigen viele aus, um ein wenig am See entlang spazieren zu gehen bzw. sich bei Kuchen und Kaffee zu stärken. Andere besuchen in Kaltern das sehenswerte Südtiroler Weinmuseum. In einem eigenen Raum weisen sakrale Objekte auf Bräuche und Feste hin und veranschaulichen die Rolle des Weines in der Religion. Am späten Nachmittag sammelt Andi die Wallfahrer ein. In der Abenddämmerung kommen alle gestärkt und voll schöner Eindrücke wieder im Mittelgebirge an.

Federico Zogg

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mehr Fotos gibts unter Fotogalerie!

 

 

 

Kürzlich fand eine zweitätige Klausur der Pfarrgemeinderäte sämtlicher Pfarren des Westlichen Mittelgebirges (Axams, Birgitz, Götzens, Grinzens) statt. Die zum überwiegenden Teil heuer neugewählten Mitglieder der jeweiligen Pfarrgemeinderäte trafen sich zu einem intensiven Workshop. Neben den gewählten Mitgliedern nahmen auch die amtlichen und die berufenen Mitglieder teil. Dem Seelsorgeraumleiter Pfarrer Dr. Peter Ferner ging es darum, mit seinem geistlichen Team und allen Pfarrgemeinderäten gemeinsam auf die Zukunft des Seelsorgeraumes zu blicken und die anstehenden Themen zu erarbeiten und ausführlich zu besprechen. In erster Linie wurden die vier Säulen einer Pfarre, nämlich Diakonie, Liturgie, Verkündigung und Gemeinschaft intensiv unter die Lupe genommen. Zum einen wurde der jeweilige Ist-Zustand analysiert und zum anderen die seesorgeraumübergreifenden Themen ausgearbeitet.

Beim Thema Diakonie geht es in erster Linie um den Dienst am Nächsten. Die Pfarren wollen durch einige neu zu definierende Maßnahmen verstärkt an den Sorgen und Nöten der Menschen teilnehmen und diese Menschen unterstützen.

Mit neuen Ideen und Schwerpunkten wollen die Pfarren im Rahmen der Liturgie unterschiedliche Menschen mit verschiedenartigen Feiern, Messgestaltungen und spirituellen Angeboten ansprechen.

Die Priester und die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte wollen mit einer glaubwürdigen christlichen Haltung für alle Menschen Vorbildwirkung sein. Zum Aufgabenkreis der Verkündigung gehört unter anderem auch eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit, damit die Menschen verbesserte Informationen über die Arbeit der Pfarren erhalten.

Und schließlich ist eine Pfarre ein Ort der Begegnung, zu dem Menschen eingeladen werden. Die Pfarrgemeinschaft soll durch zusätzliche Angebote, wie z.B. Pfarrversammlungen oder Pfarrfesten einen entscheidenden Beitrag zu einem verstärkten Gemeinschaft- und Verbundenheitsgefühl im Dorf leisten.

Ein zentrales Anliegen ist auch in der Vernetzung und Zusammenarbeit mit der jeweils zuständigen politischen Gemeinde sowie mit den aktiven Dorfvereinen.

Nach zwei Tagen intensiver, angeregter aber auch freundschaftlicher Diskussionen gehen nun die einzelnen Teams voll motiviert an die Arbeit.

Dr. Federico Zogg (Pfarrgemeinderat Götzens)

PGR Klausur

Götzens:

Donnerstag, 19.Oktober von 17 – 19 Uhr

Freitag, 20.Oktober von 9 – 12 Uhr

Montag, 23.Oktober von 17 – 19 Uhr jeweils im Pfarrbüro Götzens, Kirchstraße 5

Axams:

Montag, 16. Oktober

Mittwoch, 25. Oktober

Dienstag, 14. November

jeweils von 17 - 19 Uhr im Begegnungsraum (ehem. Geschenkestüberl), Innsbruckerstraße 1

Grinzens:

Mittwoch, 15. November

Donnerstag, 16. November

Freitag, 17. November jeweils von 17 – 19 Uhr im Widum in Grinzens, Kirchstraße 2 (1. Stock)

Anmeldeformular zum Download!

WGTSurinam

Für das Vorbereitungsteam: Marianne Rudolph-Christen/Regina Maria Pendl

Information zur Firmung im SSR

Einladung Taize

Foto Peter Ferner  
   

Grüß Gott!
Ich wurde am 14. März 1954 in Tamsweg/Salzburg geboren und bin in einer sehr großen Familie aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule kam ich nach Stams ins Gymnasium. Mein Theologiestudium absolvierte ich in Wien und Innsbruck. Dazwischen interessierte ich mich kurz für das Medizinstudium. Während der Studienzeiten machte ich öfter einen „Ausflug" zu Mutter Teresa. Ihre Spiritualität und ihr Leben zogen mich an.
Am 22. März 1980 wurde ich zum Diakon geweiht, am 6. Juni 1980 zum Priester.
Es folgten dreieinhalb Jahre als Kooperator in Hall in Tirol, neun Jahre wirkte ich als Diözesanjugendseelsorger der KAJ in Tirol. Während dieser Zeit lebte ich zuerst im Haus der Begegnung und in den weiteren Jahren in Sellrain und im Reimmichlhaus in Heiligkreuz bei Hall. Dann war ich Pfarrer in Umhausen und Pfarrer und Dekan in Lienz. Seit 2005 bin ich Regens des Priesterseminars in Innsbruck.

Durch verschiedene Begegnungen bei Firmungen, Aushilfen und Wallfahrten durfte ich schon einige von euch kennen lernen. Ich freue mich auf meine Arbeit im Seelsorgeraum Westliches Mittelgebirge. Möge Gott unseren gemeinsamen Weg segnen!

Ganz besonders freue ich mich, wenn Familien auch mit kleinen Kindern den Gottesdienst mitfeiern. Das "Diskutieren und Loben" der Kleinsten im Kirchenraum ist Musik in meinen Ohren. Es ist wesentlich für Kirche und Gesellschaft, wie Familien gelebt werden und wie weit die Eltern ihre Kinder religiös erziehen und dass dadurch Glaubensgemeinschaft auch für unsere Jüngsten schon erfahrbar wird. Ein großes Anliegen sind mir ebenso die Jugendlichen und ich habe den tiefen Wunsch in mir, dass sie einen guten Weg finden. Ebenso möchte ich alle Frauen und Männer, Senioren und Seniorinnen und Alleinstehende einladen, ihren Lebensreichtum mit allen zu teilen. Kirche ist Gemeinschaft mit Gott und untereinander und ich bin zuversichtlich, dass es gute Möglichkeiten gibt, damit alle auf ihrem persönlichen Weg finden, was sie suchen.

An dieser Stelle bitte ich um das gegenseitige Gebet, um eure Mitarbeit und um Vorschläge, Gedanken und Ideen an mich, an das Seelsorgeraum-Team und die Räte.

Wohnen werde ich im Pfarrhaus in Axams. Nach dem Motto "Wer in Gott zu Hause ist, ist überall daheim" möchte ich nicht nur im Pfarrhaus, sondern auch "draußen" Gesprächspartner für euch sein. So freue ich mich auf unser persönliches Kennenlernen.

Herzliche Grüße Peter Ferner

 

Wir laden herzlich ein zur Eucharistischen Anbetung:

in der Pfarrkirche in Axams: jeden Freitag von 9-11 Uhr

in der Theresienkirche in Götzens: jeden Freitag von 20-22 Uhr